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Bücherkiste – Top 10

Meine Top10:

Erich Fromm – Die Kunst des Liebens

Hermann Hesse – Narziss und Goldmund

Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns

Fjodor M. Dostojewski – Weiße Nächte

Antoine de Saint-Exupéry – Wind, Sand und Sterne

Sándor Márai – Wandlungen einer Ehe

Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Paulo Coelho – Der fünfte Berg

Dominique Falda – Leo und Zoe

Anais Nin – Das Leben in seiner größten Intensität

Die Kunst des Liebens

“Was Gibt ein Mensch dem anderen? Er gibt etwas von sich selbst, vom Kostbarsten, was er besitzt, …”

Dieses Buch war in Teenagerzeiten sowas wie meine Bibel. Es war und ist neben anderen Erich Fromm Werken durch und durch prägend für meine Einstellung zu Menschen, zur Liebe, zum Leben.

Narziß und Goldmund

“War der Mensch wirklich dazu geschaffen, ein geregeltes Leben zu führen? War er nicht von Gott geschaffen mit Sinnen und Trieben, mit blutigen Dunkelheiten, mit der Fähigkeit zur Sünde, zur Lust, zur Verzweiflung? …”

Dies war das erste Hesse-Werk, das ich gelesen habe. Vielleicht ist es darum auch das, was mich am meisten beeindruckt hat. Es waren die Gegensätze, die Gespräche, die unterschiedlichen Weltsichten und Lebenswege, die Freundschaft zwischen Narziß und Goldmund, das nicht aus der eigenen Haut können, seinen Platz zwischen all den Möglichkeiten, die ein Leben bietet, finden und danach leben, und die Ballance zwischen dem Verstehen wollen, verachten, akzeptieren, zu sich selbst stehen und doch manchmal zu wünschen, so sein zu können, wie der andere!
Dieses Buch hat meine Liebe zu Hermann Hesse geweckt, der bis heute die Liste meiner liebsten Schriftsteller anführt.

Ansichten eines Clowns

“Ich glaube, es gibt niemanden auf der Welt, der einen Clown versteht, nicht einmal ein Clown versteht den anderen. Marie war nah dran, mich zu verstehen, ganz verstanden hat sie mich nie.”

Dieses Buch hat mich gefunden. Also, eigentlich habe ich es gefunden – im Altpapiermüll meines Bruders. Dort ist es gelandet nach dem Ausmisten alter Schullektüren. Ich habe es gerettet, gelesen und es ist sofort in die Top10 der Bücher, die mich am meisten beeindrucken, gerutscht.
Es ist die ganze Atmosphäre, die einen gefangen nimmt. Die Geschichte eines Mannes, der sich im Kampf zwischen einem Leben nach eigenen Überzeugungen und der Forderung der Gesellschaft nach Anpassung selbst treu bleibt und dabei das verliert, was ihm am Kostbarsten ist, seine große Liebe Marie. Aber es ist nicht so sehr der tragisch ironisierende Blick auf die Konventionen der katholischen Kirche, auf die Schwierigkeite eine ehelose Liebe zu leben, es ist viel mehr die Sprache. Nüchtern, ironisierend, voller Zährtlichkeit und Melacholie. Es sind die vielen kleinen Stellen, in denen es um Marie geht, die mich diese Buch lieben lassen.

Weiße Nächte

“Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind, liebe Leser.”

Was mich an diesem Buch so sehr fasziniert, ist die Sprache. Sie ist so melodiös und voller Poesie und doch einfach und unverschnörkelt. Sie lässt mich eintauchen in eine Welt der Worte und lässt einen nicht aufhören. Noch eine Seite und noch eine, nur noch eine und nach der letzten will man wieder von vorne beginnen. Dieses Buch habe ich in einer Nacht ausgelesen.

Wind, Sand und Sterne

“Nein, ich suche nicht die Gefahr; ich weiß, was ich suche: Ich suche das Leben.”

In diesem Buch berichtet Antoine de Saint-Exupéry über seinen Beruf als Flugkurier. Die Erlebnisse, Gedanken, Gefahren, die Einsamkeit, die Begeisterung und Leidenschaft für diesen Beruf, für das Leben, für das Schreiben sind authentisch und so nah, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Ich liebe Antoine de Saint-Exupéry für all seine Werke, für den Mythos und ein bisschen auch für den Kleinen Prinzen.

Wandlungen einer Ehe

“Es braucht viel Mut, sich vorbehaltlos lieben zu lassen. Mut, wenn nicht sogar Heldentum. Die meisten Menschn vermögen Liebe weder zu geben noch zu nehmen, weil sie feig und eitel sind und Angst haben. Man schämt sich, wenn man Liebe gibt, und noch mehr schämt man sich, wenn man sich dem anderen überlässt und das Geheimnis preisgibt. Das traurige Geheimnis, dass man Zärtlichkeit braucht, dass man ohne sie nicht leben kann.”

Dieses Buch hat bei mir fast so viele Eselsohren wie Seiten, weil es fast auf jeder Seite eine Stelle gibt, die ich markieren, die ich mir merken, die ich festhalten und verinnerlichen möchte. Es ist genau das, was es auf einer Seite selbst fordert: “Von den Büchern hat man nur dann etwas, wenn man der Lektüre auch etwas zu geben vermag. Ich meine, wenn man mit einer Seele an sie herantritt, die bereit ist, im Zweikampf Wunden zu empfangen und zuzufügen,…” Von diesem Buch hat man was. Definitiv!
Die Geschichte einer Ehe aus drei perspektieven erzählt. Eine Ehe – drei Wahrheiten. Jede davon schlüssig, nachvollziehbar, echt. Ein Erlebnis und eine Lehre über das, was man unter Wahrnehmung und Wahrheit versteht.

Die Bücherdiebin

“Ich habe die Worte gehasst, und ich habe sie geliebt, und ich hoffe, ich habe sie richtig gemacht.”

Ja, er hat sie richtig gemacht! Dies ist das Buch, auf das ich gewartet habe. Eigentlich stehe ich mehr auf Klassiker. Die Bücherdiebin ist für mich der Klassiker der Neuzeit. Dies ist das berührendste und überwältigendste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Es ist die ganze Geschichte, die fesselt, die Erzählperspektive, die Charaktere, die ineinander verflochtenen Handlungsstränge aber nur Markus Zusaks Sprachstil macht diese Geschichte letztendlich zu dem, was sie in meinen Augen ist – ein Meiserwerk.
Zusak ist für mich ein Meister der Verknappung und der Personifikation.

Der fünfte Berg

“Jeder Mensch hat das Recht, an seiner Aufgabe zu zweifeln und sie hin und wieder aufzugeben; was er allerdings nicht tun darf, ist, sie zu vergessen. Wer nicht an sich selbst zweifelt, ist unwürdig, weil er seiner Tätigkeit blind vertraut und sich aus Stolz versündigt. Gesegnet sei der, der Augenblicke der Unentschlossenheit durchlebt.”

Dieses Buch hat mir Glauben gegeben. Den Glauben an eine lenkende Kraft, den Glauben an meine innere Stimme, den Glauben an mich selbst. Glauben, innere Ruhe, Vertrauen in das Leben und die Gewissheit, im richtigen Moment immer zu wissen, was zu tun ist und es zu tun.

Leo und Zoe

“…Er legte eine Liste aller erfreulichen Dinge an. Den ganzen Tag schrieb er sie in ein Heft, sehr ernsthaft und fleißig. Auf der ersten Seite stand in seiner schönsten Sonntagsschrift:
die Hände in den Hosentaschen, auf einem Bein hüpfen, eine Sammlung Glaskugeln
Es folgte eine lange Liste:
ein Kätzchen am Kamin, fünf kleine Kieselsteine, Worte mit O wie Oktober, Oklahoma, Oregano, ein Sternbild, schlafen, wenn man nicht soll…..”

Dieses Buch ist ein Schatz, den ich nicht besitze. Irgendwann, vor vielen Jahren, als Teenager? Als Studentin? Ich weiß es nicht mehr genau. Irgendwann hatte ich es mal irgendwo gesehen, bei einer Freundin im Regal. Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, wo es war, wem es gehört hat. Ich habe es gesehen, angefangen zu lesen und es hat mich sofort gepackt. Leider ist das Buch vergriffen. Ich habe es nie zu Ende gelesen, trotzdem verdient es seinen Platz hier. Weil es das Buch ist, nach dem ich suche und vielleicht, nein, ganz sicher sogar, werden Leo, Zoe und ich irgendwann, irgendwie, irgendwo zwischen Sonne und Mond zueinander finden.

Anais Nin

“Wir sind auf dem Weg zum Mond. Das ist nicht weit. Der Mensch muss auf dem Weg in sich selbst sehr viel weiter gehen.”

Anais Nins Tagebücher, und besonders dieses, faszinieren mich, weniger wegen ihrer Nähe zu Henry und June Miller, sondern weil ich mich ihr in vielen Dingen verbunden fühle. Der Drang Gedanken und Erlebtes in Worten festzuhalten, die Worte, die sie findet, die Suche nach dem Lebendigsein, nach Liebe, ihre Stärke, ihr authentisches Auftreten, ihre Selbstreflektion, ihre Verrücktheiten und ihre Fähigkeit zur bedingungslosen Freundschaft. Das sind die Dinge, die mich an ihr begeistern und die in diesem Tagebuch deutlicher hervorstechen, als in ihren Romanen.

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